
Das Gericht der Europäischen Union hat in der Rechtssache C-440/23 entschieden, dass EU-Recht Mitgliedstaaten wie Deutschland nicht daran hindert, bestimmte Online-Glücksspieldienste zu verbieten, selbst wenn die Anbieter Lizenzen aus anderen EU-Ländern wie Malta besitzen, und diese Entscheidung stützt sich auf die Gültigkeit von Verboten vor 2021, die es nationalen Gerichten ermöglichen, entsprechende Verträge für nichtig zu erklären sowie Rückerstattungsansprüche von Verbrauchern für verlorene Einsätze zuzulassen.
Der Fall geht zurück auf Verluste eines deutschen Einwohners bei verbotenen Online-Slots und Lotteriewetten, die zwischen 2019 und 2021 von maltesisch lizenzierten Unternehmen angeboten wurden, während die Richter betonten, dass solche nationalen Regelungen mit dem EU-Recht vereinbar bleiben, da sie dem Schutz der Verbraucher und der öffentlichen Ordnung dienen.
Ein deutscher Spieler hatte Einsätze bei virtuellen Automatenspielen und Lotteriewetten platziert, die über Plattformen erfolgten, welche in Malta zugelassen waren, doch diese Angebote verstießen gegen deutsche Vorschriften, die vor 2021 galten und bestimmte Online-Glücksspiele untersagten, sodass die Klage auf Rückerstattung der Verluste vor deutschen Gerichten landete und schließlich den Europäischen Gerichtshof erreichte.
Die Richter prüften, ob EU-Vorschriften zur Dienstleistungsfreiheit oder zur Niederlassungsfreiheit solche nationalen Verbote ausschließen, und sie kamen zu dem Ergebnis, dass Mitgliedstaaten weiterhin eigene Regelungen erlassen dürfen, um Risiken wie Spielsucht einzudämmen, während die Entscheidung ausdrücklich die Gültigkeit der deutschen Beschränkungen bestätigt.
Das Urteil stellt klar, dass Verträge über verbotene Glücksspieldienste für nichtig erklärt werden können, was es Verbrauchern ermöglicht, gezahlte Beträge zurückzufordern, und gleichzeitig bleiben Lizenzen aus anderen EU-Staaten ohne Wirkung, wenn sie gegen strengere nationale Bestimmungen verstoßen, denn das Gericht hob hervor, dass der Schutz vulnerabler Personen Vorrang vor der Dienstleistungsfreiheit genießt.
Beobachter merken an, dass diese Rechtsprechung die Position der Mitgliedstaaten stärkt, die eigene Glücksspielmärkte regulieren wollen, während Anbieter mit ausländischen Lizenzen ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen, und die Entscheidung bezieht sich ausdrücklich auf die Zeit vor Inkrafttreten des neuen deutschen Glücksspielstaatsvertrags im Jahr 2021.

Verbraucher, die zwischen 2019 und 2021 bei solchen verbotenen Angeboten verloren haben, können nun vor nationalen Gerichten Rückerstattungsansprüche geltend machen, und die Nichtigkeit der Verträge bedeutet, dass Einsätze ohne Gegenleistung zurückgefordert werden dürfen, während maltesische Betreiber mit der Möglichkeit konfrontiert sind, dass deutsche Urteile ihre Zahlungen rückgängig machen.
Experten haben beobachtet, dass diese Entwicklung die Durchsetzung nationaler Verbote erleichtert, denn Gerichte können sich direkt auf das EuGH-Urteil berufen, und gleichzeitig wird die Kooperation zwischen EU-Staaten bei der Lizenzierung nicht infrage gestellt, solange die jeweiligen Schutzstandards eingehalten werden.
Die Entscheidung, die im April 2026 veröffentlicht wurde, hat bereits im Juni 2026 zu ersten Anpassungen bei Online-Anbietern geführt, die nun verstärkt auf legale Kanäle setzen, und nationale Behörden nutzen das Urteil, um laufende Verfahren gegen nicht autorisierte Plattformen zu beschleunigen, während die Pressemitteilung des Gerichtshofs unter dieser Quelle weitere Details zur Begründung enthält.
Deutsche Gerichte haben nun eine klare Grundlage, um Verträge für nichtig zu erklären und Rückzahlungen anzuordnen, und Betreiber mit EU-weiten Lizenzen müssen prüfen, ob ihre Angebote in jedem Mitgliedstaat den lokalen Vorgaben entsprechen, denn das Urteil unterstreicht die Autonomie der Staaten bei der Glücksspielregulierung.
Das EuGH-Urteil im Fall C-440/23 schafft Rechtssicherheit für deutsche Verbote von Online-Glücksspielen und ermöglicht es Verbrauchern, verlorene Einsätze zurückzufordern, während Anbieter aus anderen EU-Ländern ihre Strategien überdenken müssen, und diese Entwicklung wird die Regulierung des Sektors in den kommenden Jahren weiter prägen.